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Business16. Juli 20265 Min.

Warum ich vor jedem Projekt einen 2-Minuten-Erstcheck mache

Die meisten Agenturen sagen zu allem Ja. Ich nicht. Warum ein 2-Minuten-Erstcheck vor dem ersten Gespräch beiden Seiten Zeit spart - auch bei einem Nein.

Warum ich vor jedem Projekt einen 2-Minuten-Erstcheck mache

Ruf bei fünf Agenturen an und beschreib dein Projekt. Die Antwort ist fünfmal dieselbe: Ja, machen wir. Website für deinen Handwerksbetrieb? Machen wir. Onlineshop, App, SEO, Flyer? Machen wir auch.

Das klingt nach Kompetenz. Oft ist es nur ein Vertriebsreflex. Erst wird der Auftrag angenommen, dann wird geschaut, wer ihn eigentlich umsetzt - und ob überhaupt jemand im Haus das gut kann.

Ich arbeite anders. Nicht weil ich der bessere Mensch bin, sondern weil ich es mir nicht leisten kann, zu allem Ja zu sagen.

Als ich im September 2025 Comole Digital in Monheim am Rhein gegründet habe, war mir eine Sache schnell klar: Ich bin allein. Kein Team, das Aufträge auffängt, die nicht zu mir passen. Kein Vertrieb, der Zahlen erfüllen muss. Wenn ich ein Projekt annehme, das nicht zu meinem Fokus passt, zahle ich den Preis selbst - in Abenden, an denen ich mich durch Arbeit quäle, die jemand anderes besser gemacht hätte. Und du zahlst mit, weil du ein Ergebnis bekommst, das unter meinen Möglichkeiten liegt.

Also habe ich mir eine Regel gesetzt: Ich sage nur Ja, wenn es passt. Und damit ich das nicht in jedem Erstgespräch mühsam herausfinden muss, habe ich ein Tool gebaut, das genau diese Frage vorab klärt. In zwei Minuten.

Erstgespräche ohne Fit sind verschwendete Zeit - für beide Seiten

Das klassische Erstgespräch läuft so: Termin finden, ein paar Tage warten, 45 Minuten Videocall. Du erzählst von deinem Projekt, ich stelle Fragen, wir reden über den Umfang - und irgendwann in Minute 30 merken wir beide, dass es nicht passt. Vielleicht brauchst du zwingend WordPress, ich baue aber individuell mit Next.js. Oder du suchst eine Full-Service-Agentur mit zehn Leuten für alles von Print bis TikTok - und der Budgetrahmen liegt sowieso woanders.

Das Ergebnis: Du hast Tage gewartet und 45 Minuten investiert, um ein Nein zu bekommen. Ich habe 45 Minuten in ein Gespräch gesteckt, aus dem kein Projekt wird.

Verloren haben beide.

Dabei lassen sich die meisten dieser Neins vorher erkennen. Die Fragen, die über den Fit entscheiden, sind keine Geheimwissenschaft: Was soll gebaut werden, was ist schon da, was darf es kosten, wann muss es fertig sein. Man muss sie nur stellen - und zwar bevor irgendjemand einen Kalender öffnet.

Der 2-Minuten-Erstcheck: Was er abfragt

Genau dafür gibt es den Erstcheck. Ein kurzer Fragenkatalog, der die Punkte abklopft, die in einem Erstgespräch sowieso auf den Tisch kommen:

  • Projekt und Branche: Gastronomie, Immobilien, Handwerk und mehr - je nach Branche ändern sich die Folgefragen.
  • Umfang: Landingpage mit einem klaren Ziel, kleine Website mit 3 bis 6 Seiten, mittlere mit 7 bis 20 oder ein großes Projekt mit Shop. Wenn du nicht weißt, wo du liegst: Zähl die Themen, die deine Kunden interessieren. Leistungen, Referenzen, Über uns, Kontakt - das sind schon vier Seiten.
  • Branchenspezifische Details: Bei Gastronomie zum Beispiel Speisekarten-Pflege und Reservierung, bei Immobilien Portfolio und OpenImmo-Anbindung, dazu Dinge wie Galerie, Preisrechner, Blog, Newsletter oder Live-Chat.
  • Anforderungen: Sind Texte und Bilder vorhanden, fehlen nur die Bilder oder fehlt beides? Steht deine Marke oder wird sie mitentwickelt? Gibt es Tech-Vorgaben - muss es WordPress sein oder bist du flexibel?
  • Budget und Zeit: Dein Budgetrahmen, einmalig oder mit monatlichem Support, dringend oder flexibel.

Am Ende noch deine Kontaktdaten, fertig. Kein Verkaufsgespräch und kein Rückruf von einem Callcenter.

Drei mögliche Antworten

Nach dem Check bekommst du eine von drei Antworten.

"Ich bin dabei." Dein Projekt passt zu dem, was ich am besten kann. Ich schaue mir alles in Ruhe an und melde mich innerhalb von 24 Stunden persönlich bei dir.

"Lass mich kurz überlegen." Manche Projekte liegen in der Grauzone. Dann brauche ich einen Moment, um zu prüfen, ob ich der Richtige für dich bin - und melde mich in den nächsten Tagen mit einer ehrlichen Einschätzung.

"Ich glaube, wir sind nicht der richtige Partner." Dein Vorhaben passt nicht zu meinem Fokus. Ich sage das lieber jetzt als nach einem halben Jahr - und melde mich kurz mit Empfehlungen für Alternativen, die besser passen.

Kein "Wir prüfen das intern und melden uns". Kein Angebot, das dreimal so hoch angesetzt ist wie dein Budget, damit du von selbst absagst. Eine klare Antwort.

Warum das Nein ein Feature ist

Ein Tool bauen, das potenzielle Kunden ablehnt - das klingt erstmal nach einer schlechten Geschäftsidee. Ich sehe das anders.

Ein schnelles Nein ist wertvoller als ein langsames Vielleicht.

Wenn dein Projekt nicht zu mir passt, ist die schlechteste Variante für dich: Ich nehme es trotzdem an. Dann arbeitet jemand außerhalb seiner Stärken an deiner Website, das Projekt zieht sich, und am Ende sind wir beide unzufrieden. Die zweitschlechteste Variante: Ich lasse dich im Unklaren, du wartest auf eine Rückmeldung, die nie konkret wird, und verlierst Wochen.

Ein Nein nach zwei Minuten dagegen kostet dich fast nichts. Du weißt sofort, woran du bist, bekommst Empfehlungen für Alternativen und kannst gezielt weitersuchen.

Als Solo-Entwickler ist meine Kapazität hart begrenzt. Jedes Ja zum falschen Projekt ist automatisch ein Nein zum richtigen. Jedes Nein zum falschen hält mir den Rücken frei für die Projekte, bei denen ich stark bin: individuelle Websites für KMUs, Selbstständige, Gastronomie und lokale Unternehmen - gebaut mit Next.js und React, ohne Baukasten.

Und es gibt noch einen zweiten Effekt: Ein Nein macht jedes Ja glaubwürdig. Würde ich zu allem Ja sagen, wäre mein "Ich bin dabei" wertlos - es käme ja sowieso. Wer weiß, dass ich Anfragen auch ablehne, weiß gleichzeitig: Wenn ich zusage, meine ich es.

Was du vorher wissen solltest

Der Check funktioniert auch, wenn du spontan durchklickst. Aber mit drei Dingen im Kopf wird das Ergebnis deutlich präziser:

  • Kenn deinen Budgetrahmen. Du brauchst keine exakte Zahl, aber eine ehrliche Größenordnung. Überleg dir auch, ob du nur einmalig investieren willst oder laufenden Support brauchst - das ändert die Rechnung.
  • Kenn den Stand deiner Inhalte. Texte fertig? Brauchbare Fotos vorhanden? Das verwackelte Handybild von 2019 zählt nicht. Fehlende Inhalte sind einer der häufigsten Gründe, warum Website-Projekte sich verzögern - je früher das auf dem Tisch liegt, desto realistischer wird die Planung.
  • Kenn deinen Zeitrahmen. Gibt es einen echten Termin - eine Eröffnung, eine Saison, eine Messe? Oder ist "so schnell wie möglich" nur ein Gefühl? Ein echter Termin gehört in den Check. Ein Gefühl darf flexibel sein. Ein klares "dringend" ist besser als ein höfliches "flexibel", das in drei Wochen zum Problem wird.

Zwei Minuten Vorbereitung, zwei Minuten Check. Danach wissen wir beide mehr als nach den meisten Erstgesprächen.

Passt dein Projekt zu mir?

Finde es raus. Der 2-Minuten-Erstcheck ist kostenlos und läuft ohne Anmeldung. Am Ende weißt du, woran du bist - auch wenn die Antwort Nein lautet. Gerade dann.

Ich bin Edilson Comole, selbstständiger Webentwickler aus Monheim am Rhein. Mit Comole Digital baue ich individuelle Websites für kleine Unternehmen, Selbstständige und Gastronomie im DACH-Raum - mit Next.js und React statt Baukasten.

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Artikel geschrieben von Edilson Comole - Professioneller Webentwickler für kleine Unternehmen am 16. Juli 2026.

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