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Eigene Website statt Lieferando: was sich für einen kleinen Imbiss lohnt

Lieferando bringt Bestellungen, kostet aber Provision. Was eine eigene Website für einen kleinen Imbiss leistet, was nicht, und warum oft beides sinnvoll ist.

23. Oktober 20266 Min.
Eigene Website statt Lieferando: was sich für einen kleinen Imbiss lohnt
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Kurz gesagt: Für die meisten kleinen Imbisse ist es kein Entweder-oder. Lieferando bringt Reichweite, kostet aber auf jede Bestellung Provision. Eine eigene Website kostet keine Provision, bringt aber nicht von selbst neue Gäste. Sinnvoll ist oft beides: die Plattform für Neukunden, die eigene Seite für Stammgäste, Abholung und alles, was die Plattform nicht zeigt.

Als ich mit Team B Döner angefangen habe, kam ein Gedanke immer wieder: "Ich bin doch auf Lieferando und Google Maps. Reicht das nicht?" Ich verstehe diesen Gedanken. Er ist nicht dumm. Deshalb will ich die Frage hier ehrlich durchrechnen, auch an den Stellen, an denen die Antwort nicht für mich spricht.

Was kostet Lieferando ein Restaurant?

Die erste ehrliche Antwort: Ganz genau weiß das nur, wer einen Vertrag hat. Laut einem Ratgeber von SumUp veröffentlicht Lieferando auf seiner Internetseite keine Konditionen. Was es gibt, sind Berichte:

  • SumUp nennt im Oktober 2024 eine Provision von 14 Prozent für den Bestellservice und 30 Prozent inklusive Lieferung. Eine Startgebühr verlangt Lieferando demnach nicht.
  • inFranken.de berichtete 2022, dass die Provision zum 17. Juli 2022 von 13 auf 14 Prozent gestiegen ist.

Nimm diese Zahlen als Größenordnung, nicht als Angebot. Dein eigener Vertrag kann anders aussehen. Prüf ihn, bevor du rechnest.

Wie viel bleibt bei einer Bestellung über die Plattform?

Rechnen wir mit den berichteten Sätzen und einer Bestellung über 20 Euro. Das ist ein Rechenbeispiel, keine Aussage über deinen Laden.

Bestellung über 20 € Provision Bleibt vor deinen Kosten
Nur Bestellservice (14 %)2,80 €17,20 €
Mit Lieferung durch die Plattform (30 %)6,00 €14,00 €
Bestellung per Telefon nach Blick auf deine Website0 €20,00 €

Die letzte Zeile ist nicht kostenlos. Deine Website kostet auch Geld, nur eben nicht pro Bestellung. Und wer selbst liefert, zahlt Fahrer, Auto, Sprit. Das gehört fairerweise mit auf den Zettel.

Was bringt mir Lieferando, was eine eigene Website nicht kann?

Reichweite. Das ist der eigentliche Grund, warum Plattformen funktionieren. Wer Hunger hat und die App öffnet, sucht nicht nach dir. Er sucht nach Essen. Dort tauchst du auf, auch wenn er deinen Namen nie gehört hat.

Eine eigene Website kann das nicht. Sie wird gefunden, wenn jemand nach dir sucht oder nach "Döner Monheim" googelt. Neue Gäste aus der Plattform-App holt sie nicht ab. Wer dir etwas anderes erzählt, verkauft dir eine Hoffnung.

Dazu kommt: Die Plattform bringt die Bestellabwicklung fertig mit. Für einen Imbiss, der heute keine eigene Lösung hat, ist das bequem.

Was kann eine eigene Website, was Lieferando nicht kann?

Auf der Plattform bist du einer von vielen. Neben dir zehn andere Läden, alle im gleichen Layout. Ein Algorithmus entscheidet, wer oben steht. So habe ich es im Artikel über Team B Döner beschrieben, und dabei bleibe ich.

Die eigene Seite dreht das um:

  • Dein erster Eindruck. Bei Team B steht auf der ersten Seite, was den Laden ausmacht: Steak-Döner, Berliner Sauce, Qualität seit 2017. Nicht versteckt in einem Kommentar.
  • Eigene Sichtbarkeit bei Google. Eine sauber gebaute Seite kann für lokale Suchanfragen ranken, unabhängig vom Plattform-Algorithmus.
  • Der direkte Draht. Telefon zum Antippen, Abholung, Catering-Anfrage. Ohne Provision dazwischen.
  • Alles, was in keine Plattformmaske passt. Mittagstisch, Geschichte, Fotos vom Laden, Hinweise für Gruppen.

Und ein Punkt, der gern vergessen wird: Die Plattform gehört nicht dir. Ändern sich Konditionen, kannst du zustimmen oder gehen. Deine Website bleibt, egal was die Plattform beschließt.

Brauche ich ein eigenes Bestellsystem auf der Website?

Nicht unbedingt. Für viele kleine Imbisse reicht eine Website mit klarer Karte als Text, Öffnungszeiten und einer Telefonnummer für Vorbestellung und Abholung. Das ist schnell gebaut und kostet keine Provision.

Ein echtes Online-Bestellsystem ist ein anderes Kaliber. Warenkorb, Zahlungsabwicklung, Benachrichtigung in der Küche, Statusmeldungen für den Gast. Das ist keine Website mehr, sondern eine Web-App. Dafür habe ich keinen Festpreis. Das steht so auch auf meiner Seite zu Web-Apps: erst das Gespräch, dann der Zuschnitt, dann ein schriftlicher Preis. Was sich in einer Bestell-App abbilden lässt, ist Bestellen, Planen, Erfassen. Was ich nicht baue, ist eine zertifizierte Kasse. Der Bon gehört zu einem zertifizierten Anbieter.

Bevor du so etwas beauftragst, frag dich ehrlich: Wie viele deiner Gäste würden über deine Seite bestellen statt über die App, die sie schon haben? Wenn du darauf keine Antwort hast, starte mit der einfachen Seite.

Wie bringe ich Stammgäste dazu, direkt zu bestellen?

Eine eigene Seite hilft nur, wenn deine Gäste sie kennen. Das passiert nicht von allein. Ein paar Dinge, die nichts oder wenig kosten:

  • Die Adresse an die Theke. Ein kleines Schild mit Website und Telefonnummer neben der Kasse. Wer gerade bei dir steht, ist dein bester Kandidat.
  • Die Adresse auf die Tüte. Ein Aufkleber oder Stempel auf der Verpackung. Die Tüte landet zu Hause auf dem Tisch, genau dort, wo das nächste Mal bestellt wird.
  • Die Telefonnummer ganz oben. Auf dem Handy muss sie ohne Scrollen sichtbar sein und mit einem Tippen wählen.
  • Ein Grund, direkt zu kommen. Ein Mittagstisch, den es nur im Laden gibt, oder ein Hinweis auf Abholung. Was du anbietest, entscheidest du. Prüf vorher deinen Plattformvertrag.
  • Das Google-Profil verlinken. Viele Gäste landen zuerst dort. Der Link zu deiner Seite gehört hinein.

Keiner dieser Punkte ist ein Trick. Es geht darum, dass der Gast, der dich schon kennt, den direkten Weg findet. Neukunden holt weiter die Plattform.

Was braucht meine eigene Seite rechtlich?

Auch die kleinste Imbiss-Seite braucht ein Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz, mit Name, Anschrift und einem Kontakt inklusive E-Mail, und eine Datenschutzerklärung, die zu dem passt, was deine Seite tut. Den Text liefere ich nicht, aber ich sage dir, welche Dienste auf der Seite laufen. Zu Allergenen auf der Karte steht mehr in der Gastro-Checkliste.

Wann lohnt sich was für einen kleinen Imbiss?

Deine Lage Mein Rat
Fast nur Laufkundschaft, kaum LieferungEigene einfache Seite, Plattform optional
Viele Stammgäste, die auch über die App bestellenBeides; auf der Seite Telefon und Abholung betonen
Neu eröffnet, keiner kennt dichPlattform für Reichweite, Website für Vertrauen
Eigene Fahrer, hohes LiefervolumenEigenes Bestellsystem prüfen, aber erst nach dem Rechnen

Was kostet die eigene Website im Vergleich?

Bei mir liegt eine einfache Imbiss-Seite mit Karte, Öffnungszeiten und Anfahrt oft im Starter-Paket: bis zu 3 Seiten für 690 Euro einmalig. Dazu kommen 29 Euro im Monat für Hosting, Sicherheits-Updates, Backups und kleinere Anpassungen. Endpreise, als Kleinunternehmer weise ich keine Umsatzsteuer aus.

Die Rechnung dazu: 29 Euro im Monat entsprechen im obigen Beispiel ungefähr der Provision von gut zehn Bestellungen à 20 Euro im reinen Bestellservice. Ob deine Seite so viele Bestellungen von der Plattform auf das Telefon holt, kann ich dir nicht versprechen. Aber du kannst es dir für deinen Laden ausrechnen. Was eine Gastro-Seite insgesamt braucht, steht in der Checkliste für Gastronomie-Websites.

Häufige Fragen

Muss ich bei Lieferando kündigen, wenn ich eine eigene Website habe?

Nein. Beides lässt sich parallel betreiben. Für die meisten kleinen Läden ist genau das sinnvoll.

Darf ich auf der eigenen Seite andere Preise haben als auf der Plattform?

Das regelt dein Vertrag mit der Plattform, nicht ich. Lies ihn, bevor du Preise unterschiedlich setzt.

Wird meine Website automatisch bei Google gefunden?

Nicht automatisch, aber gut gebaut hat sie eine echte Chance auf lokale Suchanfragen. Technisches SEO ist in jedem meiner Pakete enthalten. Platz 1 garantiert dir niemand seriös.

Wie fange ich an?

Mit einer Nachricht. Schreib mir, was du heute hast und was dich stört. Die Pakete stehen unter Webentwicklung, einen Richtwert gibt der Preisrechner.

02Autor · Wer das geschrieben hat

Edilson Comole, Webentwickler aus Monheim am Rhein. Ich baue Websites für Läden, Gastronomie und Dienstleister - mit Next.js und React, ohne Baukasten.

Veröffentlicht am 23. Oktober 2026Verfügbar · Q4/26

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